Kniegelenksathrose

In Österreich leiden ca. 800.000 Menschen an Knorpelschäden, das bedeutet, dass jeder 10. ab dem 60. Lebensjahr betroffen ist.

Was ist eine Arthrose und wie entsteht sie?

Unter dem Begriff der Arthrose versteht man eine fortlaufende Abnützung des Knorpels, die wie die Alterung der Haut eine normale Veränderung darstellt.

Knorpelschäden entstehen am häufigsten durch Achsfehlstellungen, die beim O-Bein auf der Innenseite und beim X-Bein auf der Außenseite liegen. Eine Beinachsenfehlstellung kann angeboren sein oder nach Knochenbrüchen durch falsches Zusammenwachsen entstehen.

 

Welche Gelenke sind vorwiegend betroffen?

Im Vordergrund stehen die Knorpelschäden an den Kniegelenken, gefolgt von den Hüften und den kleinen Gelenken der Hände.

Was sind die ersten Anzeichen von Knorpelschäden?

Neben Belastungsschmerzen sind es vor allem Anlaufschmerzen, die auf eine Arthrose hindeuten, in fortgeschrittenen Fällen stellt sich auch noch ein nächtlicher Ruheschmerz ein.

Wie erkennt man einen Knorpelschaden?

Die Knorpelschäden werden in der Regel durch Röntgenaufnahmen oder weiterführende Schichtaufnahmen (MRT) festgestellt.

Moderne Knorpeltherapie

Welche Möglichkeiten der Therapie stehen zur Verfügung?

Insgesamt werden die Knorpelschäden in vier unterschiedliche Stadien eingeteilt, wobei für jedes Stadium verschiedene Behandlungsmöglichkeiten in Frage kommen.

Für die leichten Knorpelschäden kommen konservative Behandlungen zur Anwendung. Heilgymnastische Übungen in Kombination mit Elektrotherapie werden angeboten, zusätzlich können entzündungshemmende Substanzen verabreicht werden. Auch Veränderungen des Lebensstils hinsichtlich Ernährung, Sport und Belastungsgewohnheiten spielen hier eine wichtige Rolle. Der Einsatz von knorpelschützenden Präparaten (spezielle Medikamente) kann dem Patienten angeboten werden, wobei die Wirksamkeit noch nicht eindeutig geklärt ist.

Der operative Bereich beginnt mit einer Reinigung des Gelenkes, welche ein Abschleifen des Knorpels, Beseitigung von Meniskusrissen und Abtragung von knöchernen Vorsprüngen beinhaltet. Eine weitere Behandlungsmöglichkeit für stärkere Knorpelschäden ist das Aufbrechen der geschädigten Areale durch dornförmige Instrumente, die bis in den darunter liegenden Knochen eingeschlagen werden und somit ein neues Knorpelwachstum anregen.

Arthrosen, die durch Achsfehlstellungen hervorgerufen werden, können durch Umstellungsoperationen sowohl am Ober- als auch am Unterschenkel korrigiert werden.

Das Nachzüchten von Knorpel hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen, wobei diese Operation nur bis zum 50. Lebensjahr durchgeführt werden kann.

Der Ersatz des natürlichen Gelenkes durch ein Kunstgelenk ist den fortgeschrittenen Knorpelabnützungen vorbehalten.