Impingementchirurgie der Hüfte - Salzburg

Normale Hüftgelenkskonfiguration
Normale Hüftgelenkskonfiguration
Impingementkonfiguration an der Hüfte
Impingementkonfiguration an der Hüfte

Das Hüftgelenk ist die bewegliche Verbindung zwischen dem Rumpf und dem Oberschenkel. Die am Gelenk beteiligten Knochenenden sind die Hüftpfanne auf der Beckenseite und der Hüftkopf auf der Oberschenkelseite. Diese beiden Knochenenden sind mit einem elastischen, gleitfähigen Gewebe bedeckt, dem Knorpel. Der Gelenkknorpel überträgt die Kraft und wirkt dabei als Stoßdämpfer, der den darunter liegenden Knochen vor übermäßiger Kraft- oder Druckeinwirkung schützt.

Der Knorpel gewährleistet außerdem zusammen mit der Gelenksflüssigkeit, dass sich die beteiligten Knochen reibungslos gegeneinander bewegen können. Wird der Knorpel zerstört und fehlt er danach an einer Stelle, reibt dort Knochen auf Knochen, was Schmerzen verursacht und die Beweglichkeit empfindlich stört.

Man spricht dann von einer sogenannten Arthrose. Eine häufige Ursache für diesen Verschleiß des Knorpels sind fehlerhafte Gelenkformen, die zu einer Veränderung der Hüftgelenksmechanik und einer Überbeanspruchung des Hüftgelenkes führen. Eine der häufigsten unter dieser Störungen ist das femoroacetabuläre Impingement.

Beim femoroacetabulären Impingement liegt die Fehlform am Übergang vom Hüftkopf zum Schenkelhals, an der Hüftpfanne oder an beiden Orten. Durch diese Fehlform wird ein zu großer Hüftkopf in eine zu enge Hüftpfanne eingequetscht.

Kraftvolle Bewegungen mit hoher Belastung und stark gebeugter Hüfte – wie sie zum Beispiel im Sport ausgeführt werden – erzeugen dabei eine Überlastung des Knorpels. Dies führt mit der Zeit dazu, dass der Pfannenknorpel vom Knochen abgelöst wird. Unbehandelt endet dies in der Zerstörung des Gelenkknorpels und führt damit zur Arthrose.

Abklärungsschritte

Röntgen mit Darstellung des störenden Knochens
Röntgen mit Darstellung des störenden Knochens

Eine klinische Untersuchung sowie ein Röntgenbild des Beckens und der entsprechenden Hüfte erlauben in der Regel die Diagnose der erwähnten Formstörungen. Weitere Abklärungen sind nötig, um die am besten geeignete Behandlung festzulegen. Das Ausmaß der Formstörung und der Knorpelschädigung wird mit Hilfe einer Magnet-Resonanz-Tomographie (MRI) und nach der Injektion eines Kontrastmittels ins Hüftgelenk ermittelt.

Abwartendes Vorgehen

Diese Behandlung wird angewendet, wenn der Patient sich nicht für eine Operation entschließen kann oder wenn der Knorpelschaden im Gelenk bereits soweit fortgeschritten ist, dass eine Formkorrektur der Hüfte nicht mehr sinnvoll ist. In diesem Fall wird die Arthrose in jedem Fall fortschreiten und im weiteren Verlauf ist oft die einzige Therapie die Behandlung mit einem künstlichen Hüftgelenk.

Arthroskopie der Hüfte

Ein Teil der Fehlformen, die zum femoroacetabulären Impingement führen, kann mit der Hüftarthroskopie korrigiert werden. Bei dieser Operation wird in Narkose eine Kamera in das Hüftgelenk eingeführt. Dank der Kamera sieht der Chirurg das Gelenkinnere und kann mit speziellen Instrumenten die Rundung am Hüftkopf korrigieren bzw. den Pfannenrandknochen abfräsen.

“Offene” operative Verfahren

Intraoperativer Situs
Intraoperativer Situs vor Abtragung des störenden Knochens

Eine von mir weiterentwickelte Methode besteht in der minimal-invasiven Darstellung des störenden Knochenvorsprungs und der Entfernung desselben. Diese Methode stellt zwar ein größeres Trauma als die Arthroskopie dar – ist aber bedeutend schneller hinsichtlich der Operationszeit.

Eine andere Methode stellt die sogenannte chirurgische Hüftluxation nach Ganz dar. Die Operation erfolgt über einen seitlichen Hautschnitt. Um den Weg zum Hüftgelenk freilegen zu können, wird der große Rollhügel abgetrennt und samt ansetzender Muskulatur nach vorne gehalten. In einem nächsten Schritt wird der Hüftkopf aus der Pfanne ausgerenkt.

Damit erhält der Chirurg die bestmögliche Sicht auf die Hüftgelenkspfanne und den Hüftkopf. Er trägt anschließend vorstehende Anteile des Knochens am Hüftkopf und am Pfannenrand ab und fixiert die Knorpellippe am Pfannenrand.

Am Ende der Operation wird der große Rollhügel samt ansetzender Muskulatur mit zwei Schrauben wieder fixiert. Der durchtrennte Rollhügel heilt in der Regel innerhalb von 6 Wochen wie ein Knochenbruch aus. Bei dieser Variante der Formkorrektur ist eine konsequente Entlastung an Gehstöcken notwendig, es entsteht eine deutlich größere Operationsnarbe und die Erholungszeit dauert länger im Vergleich zu der Hüftarthroskopie.