Arthrosetherapie in Salzburg

Coxarthrose – Hüftgelenksarthrose
Coxarthrose – Hüftgelenksarthrose
Arthrose des Kniegelenkes – Gonarthrose
Arthrose des Kniegelenkes – Gonarthrose
Beidseitig ausgeprägte Hüftarthrose
Beidseitig ausgeprägte Hüftarthrose

Was ist Arthrose?

Als Arthrose bezeichnet man die Schädigung und in weiterer Folge den Verschleiß des Gelenkknorpels. Sie ist die wichtigste Ursache für Bewegungseinschränkungen und eine schwerwiegende Belastung für alle Gesundheitssysteme. Bei den Über-60-Jährigen klagt jeder Zweite über schmerzende Gelenke, wobei Hüfte und Knie zahlenmäßig am stärksten betroffen sind.

Der Orthopäde unterscheidet vier Schweregrade der Gelenksknorpelschädigung

Arthrose Kniegelenk – intraoperative Ansicht Schädigung Grad IV
Arthrose Kniegelenk – intraoperative Ansicht Schädigung Grad IV

Outerbridge-Klassifikation

Grad 1: Erweichung und Verfärbung des Knorpels

Grad 2: oberflächlicher Knorpelschaden

Grad 3: tiefer Knorpelschaden

Grad 4: fehlender Knorpel, frei liegender Knochen


Die Arthrosebehandlung beinhaltet zum Teil sehr unterschiedliche therapeutische Optionen.

  • Die Krankengymnastik – unterstützt durch physikaltherapeutische Maßnahmen (Strom, Ultraschall, Wärme…) – lindert Schmerzen und dient dem Erhalt von Kraft und Beweglichkeit.
  • Neben klassischen Rheumamitteln (Voltaren® oder Ibuprofen® oder Ähnliches) in Kombination mit Magenschutzpräparaten können Schmerzmittel aus der Morphingruppe (Tramal®) eingesetzt werden. Alternativ werden häufig sogenannte Cox2-Hemmer gegeben, welche eine geringere Komplikationsrate hinsichtlich der gefürchteten Magen/ Darmblutungen haben sollen. Besonders in den entzündlichen Phasen (aktivierte Arthrose) kann Cortison, ergänzt mit einem Lokalanästhetikum, ins Gelenk gespritzt werden.
  • Heute gewinnen ernährungstherapeutische Maßnahmen in der Arthrosebehandlung immer mehr an Bedeutung. Der Knorpel besteht bis zu 80 Prozent aus Wasser, den Rest bilden neben der Hyaluronsäure die Knorpelnährstoffe Chondroitin und Glucosamin, welche für Elastizität und Festigkeit verantwortlich sind. Diese Substanzen sind mittlerweile gut erforscht und werden oral verabreicht. Neben entzündungshemmenden Eigenschaften gleichen sie Knorpeldefizite aus. Die Hyaluronsäure ist für die Viskosität der Gelenksflüssigkeit verantwortlich und hat eine Schutzfunktion für die Knorpeloberfläche. Als Reaktion auf einen Knorpeldefekt oder eine beginnende Arthrose verändert sich sowohl deren Qualität als auch Quantität. Bei der Viskosupplemation mit exogener Hyaluronsäure handelt es sich um eine Substitutionstherapie mit symptomatischer Wirkung. Zahlreiche Studien lassen eine präventive Wirkungskomponente vermuten, in dem der Prozess der Knorpeldegeneration durch den Schutz seiner Oberfläche gebremst wird. Die im Gebrauch befindlichen Hyaluronsäurepräparate unterscheiden sich hinsichtlich Molekulargewicht und Halbwertszeit.  Die besten Behandlungsergebnisse erreicht man bei leicht- bis mittelgradiger Arthrose. Drei bis sechs Gelenksinjektionen in genau festgelegten Abständen werden empfohlen. Bei vielen Patienten wird ein sogenannter „Carry-Over Effekt“ beobachtet, welcher als beschwerdefreie Phase bis zu mehreren Monaten über die Therapiedauer hinaus beschrieben wird.
  • Eine weitere Möglichkeit Arthrose biologisch ohne Fremdstoff körpereigen zu behandeln, stellt die Orthokin®-Therapie dar, welche Mitte der 1990er Jahre entwickelt wurde. Hierbei werden körpereigene Proteine aus dem Blut des Patienten gewonnen und in das betroffene Gelenk injiziert (Eigenbluttherapie). Andere, ähnliche Therapieverfahren bestehen in der intraartikulären Injektion von patienteneigenem Plasma (ACP-Therapie).
  • In den fortgeschrittenen Arthrosestadien kommen alle oben genannten therapeutischen Möglichkeiten zu spät und als letzte Alternative verbleibt nur mehr der Gelenksersatz.

GELENKERSATZ

Computergesteuerte Navigation und minimalinvasive Verfahren haben längst Einzug in die moderne Endoprothetik genommen und bieten große Vorteile für die Patienten: schnellere Mobilisierung, beschleunigte OP-Zeiten und verkürzte Krankenhausaufenthalte. Die wesentlichsten Qualitätsfaktoren in der Hüftendoprothetik sind geringe Komplikationsraten und möglichst lange Haltbarkeit der Implantate. Eine Hüftprothese, die gut implantiert und optimal in den Knochen eingewachsen ist, kann nur durch vermehrten Abrieb seiner Verschleißteile gelockert werden. Die Tribologie (Reibungslehre) ist deshalb heute mehr denn je ein hochaktuelles Thema in der Orthopädie.

Mit modernen Gleitpaarungen wird eine Reduktion des Abriebs erreicht, so dass im Vergleich zu früher mit längeren Standzeiten der Prothesen zu rechnen ist. Als sogenannter „golden standard“ gilt nach wie vor die Keramikkopf-/ Polyethyleninlay-(PE)-Gleitpaarung, wobei das heute verwendete hochvernetzte PE um den Faktor 10 weniger Abrieb produziert als das konventionelle PE in den früher verwendeten Systemen. Am wenigsten Abrieb haben die Hart-Gleitpaarungen (vor allem Keramik auf Keramik).

Obwohl Langzeitergebnisse noch ausstehen, geht der Trend beim „jugendlichen“ Hüftpatienten zu diesen „hard bearings“, um die Gefahr einer frühen Lockerung zu minimieren. Ein weiterer Trend in der Hüftendoprothetik findet sich in der Verwendung von Großköpfen, vor allem bei Hart-Gleitpaarungen. Diese haben einen geringeren Abrieb als Kleinköpfe. Weitere Vorteile sind ein gewisser Schmiereffekt sowie eine geringere Luxationsrate. Mit der Verwendung der modernen Gleitpaarungen und Großköpfen kann ein besseres funktionelles OP-Ergebnis und eine größere Luxationssicherheit bei gleichzeitiger Gewährleistung eines besseren Langzeitergebnisses erzielt werden.