Hüftgeometrie - Salzburg

Durch die zentrale Lage des Hüftgelenkes in der Körpermitte führen Erkrankungen dieses Gelenkes zu schmerzhaften und behindernden Störungen der Bewegungs- und Belastungsfunktion.

Die regelrechte Geometrie des Kugelgelenkes ist Grundvoraussetzung für die klaglose Funktion auf Lebenszeit. Durch die Kompressionskraft der Muskulatur bei Bewegung und Belastung entstehen Druckkräfte auf das Hüftgelenk, die ein Mehrfaches des Körpergewichtes betragen. Bei Verkleinerung der Belastungsflächen (z.B. zu kleine Pfanne = Hüftdysplasie) führt die Konzentration der Druckkräfte auf zu kleine Knorpelflächen zu frühzeitiger Knorpelabnützung und damit Arthrose (= degenerative Gelenkserkrankung).

Durch frühzeitige Untersuchung von Neugeborenen und Säuglingen durch Ultraschall-Untersuchung kann die Dysplasie-Diagnose frühzeitig gestellt und durch entsprechende Therapie geheilt werden.

Wachstumsstörungen im Schulalter (Morbus Perthes oder Epiphysenlösung) sind weitere Ursachen einer abnormalen Gelenksgeometrie, die über kurz oder lang zu einer schmerzhaften Arthrose des Hüftgelenkes (= Coxarthrose) führen.

Ähnlich wie der Herzmuskel wird der Hüftkopf von sogenannten Endarterien (Adern, die allein ein Endstromgebiet versorgen) ernährt. Bei Durchblutungsstörungen/ Verstopfung einer Endarterie kommt es zum irreversiblen Schaden am Hüftkopf (= Hüftkopfnekrose) mit nachfolgender Arthrose. Meist sind Männer im Alter zwischen 40 und 60 Jahren von dieser bei uns nicht seltenen Hüfterkrankung betroffen.

Auch ohne vorhergehende Entwicklungsstörung oder Erkrankung des Hüftgelenkes steigt mit zunehmendem Alter die Wahrscheinlichkeit der Arthroseentstehung. Da am Beginn immer eine Knorpelschädigung steht, ist eine genetische Stoffwechselstörung als Ursache bei sonst unauffälligem Gelenk wahrscheinlich.

In jedem Fall wird durch Übergewicht und/oder besondere körperliche Belastung bei alltäglichen Tätigkeiten oder Sport die Entstehung bzw. das Fortschreiten der Arthrose gefördert.

Typische Beschwerden sind anfänglich geringe Leistenschmerzen oder Schmerzen an der Oberschenkelaußenseite. Häufig werden Schmerzen vorwiegend im Bereich des Kniegelenkes lokalisiert. Am Beginn treten die Schmerzen nach längerem Sitzen bei den ersten Schritten (= Anlaufschmerz) auf, später bei längerem Gehen und schließlich auch als Ruheschmerz. Die Beweglichkeitsminderung fällt beim Schuhebinden, Strumpfanziehen und bei Pediküre auf. In späten Stadien, insbesondere bei älteren Menschen, kommt es bei Zunahme der Arthrose zu Behinderung (z.B. Stiegensteigen, Baden, Anziehen etc.) und Hilfsbedürftigkeit; damit können auch erhebliche soziale Belastungen verbunden sein (Wohnungswechsel etc.).

Gewichtsreduktion und Verringerung körperlich intensiver, insbesondere sportlicher Belastungen (z.B. Tennis, Joggen, Kontaktsportarten) vermindern Beschwerden. Gelenksbewegung mit geringer Gewichtsbelastung (Radfahren, Schwimmen, Fitnesstraining) ist bedeutend, um den Gelenksstoffwechsel zu stimulieren. Dämpfende Schuhsohlen sind wenig aufwendige, aber wirkungsvolle Maßnahmen, um Beschwerden zu reduzieren und Leistungsfähigkeit zu erhalten.

In fortgeschrittenen Stadien sind medikamentöse, physiotherapeutische (Gymnastik, Muskeltraining), physikalische (Elektrotherapie) und chirurgische Maßnahmen nötig, um eine adäquate Lebensqualität zu erhalten.